Design Thinking: Innovation ist kein Zufall

Kreativ- und Innovationsmethode für interdiszplinäre Teams

Die Kreativ- und Innovationsmethode setzt auf interdisziplinäre Teams, flexible Räume, klare Schritte zur Ideenfindung und gilt als Innovationsmotor.

Eine hierarchiefreie Arbeitsumgebung, ein heller, leerer Raum mit Stehtischen sowie Whiteboards, Post-its und Bausteinen für die Visualisierung der Ideen - Design Thinking stellt die traditionelle Ideenfindung vom Kopf auf die Füße. Und ermöglicht Ideen und Lösungen, die über das herkömmliche Denken hinausgehen.

Der Prozess heißt Design Thinking, es zeigt wie Methodik, Didaktik und Meetingdesign Innovationsprozesse gestalten können und das Vereinen von kreativen sowie analytischen Herangehensweisen zu einem spannenden und ergebnisreichen Workshop führen. Design Thinking ist ein Prozess mit einem umfangreichen Methodenset, die aber auf drei festgelegten Bausteinen beruht:

1. Interdisziplinäre Teams

Bringen Sie Personen aus unterschiedlichen Disziplinen und Hierarchien zusammen, um möglichst vielseitig auf das gewählte Thema zu schauen. Denn die Stärke "durchmischter" Gruppen liegt in ihren verschiedenen Blickwinkeln und Erfahrungen, die jedes Mitglied mitbringt.

2. Variable Räume

Die Kommunikation und Kreativität des interdisziplinären Teams hängt maßgeblich von der räumlichen Umgebung ab. Flexible Möbel und viel Platz an den Wänden gehören deshalb genauso dazu, wie das nötige Werkzeug und Material, um Ideen zu visualisieren.

3. Klare Prozess-Schritte

Eine wesentliche Voraussetzung für die Design Thinking Methode ist der klar strukturierte Prozess. In iterativen Schleifen werden Ideen und Prototypen immer wieder rekapituliert und dem Realitäts-Check unterzogen. Der Design-Thinking Prozess besteht aus sechs Prozesschritten, die iterativ durchlaufen werden:

Verstehen: Zuerst muss das Themenfeldwirklich verstanden werden, um eine geeignete Fragestellung zu entwickeln, welche die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projekts abbildet.

Beobachten: Eine nutzerzentrierte Vorgehensweise setzt voraus, dass man den Blick für die Zielgruppe schärft und sogenannte Personas entwickelt. Es geht primär darum, den Menschen zu verstehen und seine Bedürfnisse kennenzulernen.Definieren: Nachdem man die Motivation, Vorstellungen und Wünsche der Zielgruppe verstanden hat, werden alle Informationen im Team vorgestellt und miteinander verknüpft, um eine gemeinsame Sichtweise auf einen typischen Teilnehmer zu entwickeln.

Ideenfindung: Die Phase der Ideenfindung ist die Kernphase des Design Thinking. In diesem Schritt geht es darum mittels verschiedener Kreativmethoden wie beispielsweise dem Brainstorming möglichst viele Ideen zu entwickeln.

Klar definierte Merkmale des Brainstormings sind:

- visuell Arbeiten

- nur einer spricht

- verrückte Ideen fördern

- Kritik zurückstellen

- Quantität ist wichtig

- beim Thema bleiben

- auf anderenIdeen aufbauen

Prototyping: Um die Ideen zu veranschaulichen und zu verfeinern, werden erste, sehr einfache Prototypen entwickelt, die im nächsten Schritt mit der Zielgruppe getestet werden.

Testen: Auf Basis der durch Testing gewonnenen Einsichten wird das Konzept weiter verbessert und solange verfeinert, bis ein optimales, nutzerorientiertes Produkt entstanden ist.

User Interface Design GmbH (UID)

Die User Interface Design GmbH (UID) macht die Welt von Morgen einfacher und ästhetischer. Das Team von über 100 Experten für Usability, Design und Software ist in den Bereichen Automotive, Consumer, Enterprise, Industry, Medical & Pharma sowie Web tätig. Als kreative User-Interface-Architekten begleiten die UID-Experten Kunden von der Idee bis zur Implementierung. Sie entwickeln ganzheitliche Lösungen, die Nutzer begeistern und User Experience spürbar machen.

 

Kerstin Dyck ist Team Manager User Experience bei der User Interface Design GmbH (UID). Die Diplom-Psychologin gestaltet ganzheitliche Konzepte nah am Nutzer: Sie erfasst die Feinheiten der Nutzerbedürfnisse und nutzt sie als Basis für die Gestaltung von intuitiven und attraktiven Produkten.

Sigrid Ackermann ist Senior User Experience Designer für Interfaces, Produkte und Services bei UID. Als Expertin für Co-Creation plant und moderiert sie zudem Workshops zu den Themen Ideation und Innovation. Sigrid Ackermann studierte Produktgestaltung in Stuttgart, Sydney und Hannover und absolvierte ein interdisziplinäres Master-Studium Design.

Drei Fragen an...

Kerstin Dyck, Team Manager User Experience & Sigrid Ackermann, Senior User Experience Designer, von der User Interface Design GmbH

Wie können Veranstaltungsplaner und Locationbetreiber vom Design Thinking profitieren?

Design Thinking ist ein nutzerzentrierter Gestaltungsprozess. Das bedeutet Produkte oder Services werden aus Sicht des Nutzers entwickelt. Dieser Prozess lässt sich auch auf die Planung von Veranstaltungen anwenden und hilft dabei, ein für die Besucher positives Erlebnis zu gestalten.

Wo sehen Sie die größten Vorteile beim Einsatz in der Veranstaltungsplanung?

Das kommt ganz auf den Anlass an: Möchte ich ein besonderes Erlebnis schaffen, welches meine Besucher langfristig mit der Veranstaltung verknüpfen? Mit Design Thinking kann man hierzu Konzepte entwickeln und sich damit von anderen Veranstaltungensformaten wie Vortrag oder Messestand abheben. Oft geben die kleinen Dinge, die für den Besucher meist ganz selbstverständlich sind, den Ausschlag, ob eine Veranstaltung gewinnt oder verliert. . Das beginnt zum Beispiel schon mit der Anfahrtsbeschreibung. Hier hilft Design Thinking daran zu denken, sich schon vor dem Event Feedback von potenziellen Besuchern anhand kleiner Tests einzuholen.

Welche typischen Stolperfallen gibt es und wie lassen sie sich vermeiden?

Häufig besteht der Irrglaube, dass sich durch einen einzigen Design Thinking Workshop alle Probleme schnell lösen lassen oder DIE geniale Idee gefunden wird. Design Thinking ist aber kein Zaubermittel: Wichtig ist, dass alle beteiligten Personen über das gesamte Projekt hinweg an einem Strang ziehen und den Nutzer dabei in den Mittelpunkt stellen. Dazu ist ein Umdenken notwendig, welches nicht von heute auf morgen stattfindet, sondern sich während des Projektverlaufs entwickelt und verfestigt.