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Bessere User Experience für Konferenzbeiträge

Damit sie gut ankommen

Gastautorin: Annette Hexelschneider, Expertin für visuelle Kommunikation und Wissensmanagement

Innovative Formate und Veranstaltungsorte - die Branche wandelt sich. Also alles gut? Oder fehlt noch etwas?

Klassische Vorträge verschwinden nicht. Sie werden mit neuen Formaten gemixt und gewinnen so an mehr Bedeutung. Doch dafür müssen Vorträge flexibel bleiben. Denn wie viel PowerPoint-Folien vertragen und akzeptieren Teilnehmer heute noch in einer Konferenz? Es geht hier nicht um pauschale Verdammung, es geht um die gesunde Dosis für eine gute User Experience.

Die folgenden Tipps helfen Ihren Expertinnen auf Konferenzen gut anzukommen. Denn Erfolg in der Wissensvermittlung trägt zum Erfolg der Veranstaltung bei.

Erhalten Referenten vorab kurze Tipps dafür, begrüßen das die meisten. Falls nicht alle gleich den Nutzen sehen, hilft Geduld. Also Sog statt Druck.

Tipp 1: Mehr Aufmerksamkeit durch gut aufbereitete Inhalte

Informationen zum SMARTen Ziel Ihrer Veranstaltung und zur Teilnehmerstruktur bieten Beitragenden Orientierung bei Auswahl und Aufbereitung der Inhalte. Ermutigen Sie Ihre Redner sich im Vortrag auf Kernbotschaften zu konzentrieren, damit Zuhörer diese wirklich mitnehmen. Sie können zum Beispiel auf die minimale effektive Wissensdosis hinweisen sowie die geeignete Textmenge und Schriftgröße für Lesbarkeit auch in der letzten Reihe. Oder schlagen Sie Alternativen zum reinen Textformat vor. Geben Sie weiter, was bisher bei der Zielgruppe gut ankam, vielleicht auch Ideen zu möglichen Medienwechseln.

Und niemand muss verzichten. Nice-to-have-Wissen kann erwähnt und im Handout mitgegeben werden.

Tipp 2: Kurs halten und Wertschätzung zeigen durch Interaktion beim Vortrag

Interaktion aktiviert. Mit einfachen Apps:

  • Voting: „Passt mein Tempo?“ „Bin ich zu einfach, zu schwer?“ „Wir haben noch Zeit, was interessiert Sie jetzt besonders?“
  • Fragen an den Vortragenden: „Wie funktioniert Ihre Theorie in der Praxis?“
  • Antworten an den Vortragenden: „Wie würden Sie jetzt verfahren, mit Variante a), b) oder c)?“ „Was ist Ihre Erfahrung damit?“

Auch klassische Methoden sind je nach Situation durchaus noch tauglich, zum Beispiel Saalmikrofone. Oder die Teilnehmer stehen je nach ihrer Antwort auf eine Frage auf. Das bewegt und man (er)kennt sich wechselseitig.

Annette Hexelschneider, © Thomas Lieser

Annette Hexelschneider gibt auf www.wissendenken.com Tipps für Wissen das wirkt. Beispiele für Veranstaltungsplaner findet man in ihrer Blogpostserie „Tagung und Kongress“.

Ihr Credo: „Wissen ist ein wertvoller Rohstoff. Doch nützt er nichts ohne kreative Verarbeitung“. Der Weg dahin: Fachwissen nach Relevanz filtern, visuell aufbereiten und handlungsfähig an die Zielgruppe transferieren. Wissensintensiven Firmen und Dienstleistern vermittelt Annette Hexelschneider dafür die Kompetenzen.

Die Diplom-Ingenieurin bringt dafür vielfältigen Erfahrungen aus der Arbeit für und mit Wissen in Deutschland, Österreich und darüberhinaus ein – in Deutsch und in Englisch.

Hand-Out Beispiel; © Hexelschneider

Tipp 3: In Erinnerung bleiben, das nachhaltige Handout

Gut ankommen inkludiert gut in Erinnerung zu bleiben. Was Folien auf dem Podium hilfreich macht - nicht zu viel Inhalt - erschwert im Handout, ohne „Tonspur“ des Vortragenden, das Verständnis. Also besser, etwas Tonspur hinzufügen. Zum Beispiel mit

  • einem sprechenden Folien-Inhaltsverzeichnis,
  • einer kurzen, einseitigen Zusammenfassung aus Text und Bild vor den Folien (Advanced Organizer),
  • übersichtlich erklärenden Ergänzungen zu den Folien.

Noch besser: Folientexte und Abbildungen sind schnell in ein Textdokument umkopiert. So entsteht ein guter Überblick und erinnerbare Inhalte. Nützliche Anhänge oder Verweise auf digitale Ressourcen geben dem Handout Mehrwerte.

Drei einfache Schritte für eine bessere User Experience. Doch bleiben Sie dann nicht stehen. Wachsen Sie mit Ihren Referenten und lernen Sie gemeinsam was ankam und was man noch besser machen kann. Beobachten Sie die Konkurrenz. So verbessern Sie kontinuierlich die User Experience für Ihre Konferenzbeiträge - damit diese besser ankommen.