Tech Open Air Berlin
Future Meetings, Best Practice
15 Nov 2015

Tech Open Air in Berlin: Vorreiterrolle für die Zukunft?

Wie werden Veranstaltungen in Zukunft aussehen? Vor dieser Frage lohnt sich ein Blick auf die Tech Open Air (TOA) in Berlin, die in diesem Jahr vom 15. bis zum 17. Juli veranstaltet wurde – zwar erst zum vierten Mal, aber wieder mit großem Erfolg.

 

Die Tech Open Air als eine „Unkonferenz“ lockt inzwischen jedes Jahr ein großes, bunt gemischtes Publikum nach Berlin. Zur TOA2015 kamen mehr als 120 Sprecher und über 5.000 Teilnehmer aus der Tech- und Kreativszene, aus Forschungsinstituten, Startups und bereits etablierten Unternehmen.

Die Tech Open Air zeigt sich vor allem als eine Veranstaltung der Kontraste: Hier präsentiert sich die digitale Welt in analoger Form, Technologie trifft auf Kunst, Wirtschaft begegnet Wissenschaft – und das alles bei einer Vielzahl kurzer Impulsvorträgen und Interviews auf der Bühne inmitten einer lockeren, partyähnlichen Atmosphäre.

Zugkräftiges Programm

Erfahrene Gründer erzählen von ihren Erfahrungen und Zukunftsvisionen. Zu den Zugpferden der Veranstaltung gehörten dieses Mal erfolgreiche Gründungen aus Deutschland wie Rocket Internet, Zalando, Lieferheld oder Dubsmash. Aber auch internationale Unternehmen aus mehr als 20 Ländern waren vertreten, wie Native Instruments, SoundCloud, Shazam, Twilio, Elite Daily oder auch der Designer Erik Spiekermann.

Chris Barton, Gründer der Musikerkennungssoftware Shazam, erzählte was wichtig beim Aufbau eines innovativen Unternehmens ist und dass Kompromisse oder 2b-Lösungen nicht den richtigen Weg weisen. Rand Hindi, CEO von Snips, berichtete von Interfaces, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz künftig so clever gestaltet sind, dass sie vom Benutzer keine Aufmerksamkeit verlangen; sie laufen gewissermaßen unsichtbar im Hintergrund. Ein weiteres Highlight war der Auftritt von Dirk Ahlborn, der mit Hyperloop Transportation Technologies, einem Projekt des PayPal-Gründers und Milliardärs Elon Musk, eine ganz neue Transport-Technologie auf der Basis von Vakuum-Röhren entwickelt und in Kürze die erste Teststrecke eröffnen will.

Am Rand der Veranstaltung konnten sich einem „Pitch-Nic“ zehn Startup-Unternehmen zehn kapitalkräftigen Investoren präsentieren – wie bei einem Speed-Dating hatte jedes Startup genau fünf Minuten, um von sich und dem Businessplan zu überzeugen. 

Eine Veranstaltung, viele Locations

Eine weitere Besonderheit bei der Tech Open Air stellt das räumliche Konzept dar. Der Veranstaltungsort war wieder die Alte Teppichfabrik in Berlin-Friedrichshain. Auf drei Etagen fand sich in dem alten Klinkergebäude genug Platz für etliche Vorträge und Workshops. Rund um das Gebäude gab es weitere Angebote im parkähnlichen Garten. Und wer eine Pause einlegen wollte, konnte auf Sitzkissen, Liegestühlen und Heuballen bei Cocktails oder Smoothies netzwerken, Tischkicker spielen, Drohnen fliegen lassen oder einfach nur dem Musikprogramm lauschen.

Zusätzlich zum Programm in der Alten Teppichfabrik wurden weitere 140 Satelliten-Events quer durch die ganze Stadt angeboten. Die Besonderheit dabei: Die Satelliten-Events werden nicht von den TOA-Organisatoren ausgerichtet, sondern von den Mitgliedern des Netzwerks rund die Tech Open Air – diese Satelliten-Veranstaltungen werden quasi „von der Community für die Community organisiert“, so der TOA-Gründer Nikolas Woischnik.

Revolutionär statt nur evolutionär

Die Community spielte auch bei der Konzeption eine zentrale Rolle: „Wir haben ein Event geschaffen, wie es die Teilnehmer wünschen“, erzählt Woischnik. „Vor der ersten Edition haben wir sogenannte Townhall-Meetups abgehalten. Dort haben wir die Community versammelt und sie gefragt, wie das Format aussehen soll. Das Ergebnis: mehr Raum für Inspiration und auch mehr externe Disziplinen und Eindrücke aus Kunst, Musik und Wissenschaft.“

Auch der Praxisbezug war dem TOA-Netzwerk wichtig, über Workshops hinaus wurden daher „Knowshops“ konzipiert. Abgesehen vom inhaltlichen Konzept arbeitete das Netzwerk auch bei der Organisation mit, stellte die erforderlichen Ressourcen bereit und entwickelte das TOA-Logo. Zudem waren 150 freiwillige Helfer im Einsatz, um die Veranstaltung gut über die Bühne zu bringen. „Natürlich lebt ein Event wie das unsrige davon, dass sich junge Kreative einsetzen, das Beste rauszuholen und sich umgekehrt mit der Szene verbinden“, erklärt Woischnik den Erfolg.

So entwickelte sich die Tech Open Air zu einem Mix aus Kongress, Kunstevent und Szene-Party. In dieser lockeren Atmosphäre gab es für die Teilnehmer auch keine Namensschilder, sondern Armbänder – was gleichzeitig den Effekt hat, dass die Besucher stärker gefordert sind miteinander ins Gespräch zu kommen, um ihr Gegenüber kennenzulernen. Auch dieses disruptive Element gab der Unkonferenz zu einem Teil den ungewöhnlichen Festival-Charakters – oder wie es teilweise in den Medien hieß: „die vielleicht coolste Tech-Konferenz in Europa“.

Die TOA als Trend für die Zukunft?

Ein Veranstaltungsformat, das mit Hilfe eines Netzwerks konzipiert und organisiert wird, eine dezentrale Aufgliederung der Räumlichkeiten, die stärkere Einbindung der Teilnehmer in Inhalte, der Fokus auf Austausch untereinander, Diskussionen in Kleingruppen oder die Zusammenarbeit in Workshops – setzt die Tech Open Air damit einen Trend, der in die Zukunft weist?

Marie Luise Blau
 vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, die sich mit dem Innovationsverbund Future Meeting Space der Aufgabe widmet neue Veranstaltungsformate auszuloten, hält das Format der TOA jedenfalls für spannend. Aus ihrer Sicht geht es schließlich darum, „ein einzigartiges Erlebnis zu generieren und einen passenden Veranstaltungsort zu wählen“. In dieser Hinsicht versteht es die TOA, sich als „innovativ und zukunftsfähig zu präsentieren.“

Weitere Infos:

Homepage der Tech Open Air: www.toa.berlin

Homepage der Alten Teppichfabrik: www.teppichfabrik-berlin.de

Eindrücke und Meinungen von der Veranstaltung: https://www.youtube.com/watch?v=NM5uRVtgew8

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