Nachhaltige Events
Green
08 Dec 2015

Die sieben Mythen zu nachhaltiger Veranstaltungsplanung

Öko ist uncool? Stimmt nicht!

 

Green Meetings sind in aller Munde und sorgen immer wieder für Diskussionsstoff. Auf der einen Seite ereifern sich Fürsprecher, auf der anderen zaudern Skeptiker. Fakt ist: Nachhaltige Veranstaltungen sind noch immer mit zahlreichen Mythen behaftet. Um ein wenig zum Gedankenwandel beizutragen, haben wir bekannte Klassiker genauer unter die Lupe genommen.

 

Verzicht ist alles

Grandiose Feuerwerke sind bei Green Meetings sicher nicht opportun. Doch wo steht geschrieben, eine solche Veranstaltung fordere unbedingte Askese? Noch immer geistern Vorurteile über langweilige Salatbuffets, trockene Tofuhäppchen und sinnesfeindliche Inszenierungen durch die Branche. Beweise fehlen. Darum: Es geht bei Green Meetings nicht um Verzicht, sondern schlichtweg um bessere Lösungen, die die Umwelt so wenig wie möglich schädigen. Seien wir ehrlich: Waren wir nicht alle schon mehr als überrascht, wenn sich das scheinbar „normale“ Event als ein Green Meeting entpuppte? Aber wir haben den Unterschied zunächst nicht wahrgenommen – weil es uns an nicht gefehlt hat. 

Green Meetings sind teuer

Entgegen aller Vorurteile: Eine umweltfreundliche Ausrichtung von Events ist oftmals kostengünstiger als eine herkömmliche, bringt sie doch jede Menge Einsparpotenziale mit sich. Ein einfaches Rechenbeispiel: Die Deutsche Kreditbank hat als Sponsor beim Biathlon Weltcup in Oberhof ein energieeffizientes Gästezelt aufstellen lassen. Statt einfacher Kunststoffplanen – wie bei herkömmlichen Gästezelten üblich – bestanden die Zeltwände aus Wärme dämmenden Sandwichpaneelen, das Zeltdach war mit isolierenden Luftkissen versehen. Dadurch konnten die über 1.000 Quadratmeter Zeltfläche größtenteils durch die Körperwärme der anwesenden Besucher und die Kochbehälter in der Cateringküche beheizt werden. Heizkostenersparnis in vierzehn Tagen: mehr als 50.000 Euro. Kurzum: Wer es richtig macht, spart auch viel Geld. 

Der Aufwand ist höher

Das magische Dreieck des Projektmanagements lehrt uns: Die Faktoren Zeit, Kosten und Qualität sollten stets gleichberechtigt behandelt werden. Das gilt auch für Green Meetings. Nur die Vorgehensweise ist eine andere. Schon während der Planung geht es nicht ausschließlich um die Bespaßung der Teilnehmer und den größtmöglichen Komfort. Der respektvolle Umgang mit den Ressourcen steht im Vordergrund. Dies muss nicht automatisch einen höheren Aufwand implizieren.

Auch das Gegenteil ist möglich. Wer etwa das gesamte Anmeldeprozedere für ein Event mit über 10.000 Teilnehmern elektronisch abwickelt, spart neben wertvollen Ressourcen auch Zeit: Ausdrucken, eintüten, versenden etc. – all das entfällt. 

Nur Öko-Catering ist wahrhaft gut

Weit gefehlt! Nehmen wir mal eine ökologisch angebaute Papaya aus Costa Rica. Hier ist die Klimabilanz garantiert schlechter als bei heimischem Obst; vorausgesetzt es wird Saisonales kredenzt. Auch macht Bio-Hirsch aus Neuseeland wenig Sinn. Die Tiere leben ohnehin im Wald und fressen ausschließlich „Grünzeug“. Das heißt: Wer sich beim Catering auf regionale und saisonale Kost konzentriert, kann durchaus einen Beitrag zur Umwelt leisten. Und neben Transportkosten auch den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren. Außerdem lassen sich bei festen Abnahmeverträgen mit regionalen Landwirten gute Preise aushandeln. Weiterer Pluspunkt: Die Ware ist stets frisch. Statt des Bio-Lamms aus Neuseeland kann also getrost das Spanferkel „aus der Nachbarschaft“ genommen werden. Dies gilt natürlich nur, sofern die Aufzuchtsmethoden des Landwirts transparent sind und es sich um artgerechte Haltung handelt.

Die Gäste wollen Spaß, keine Moral

Stimmt nicht. Die Gäste wollen sich gut fühlen. Und wenn möglich, ein reines Gewissen haben. Dies gelingt weder mit Ressourcenverschwendung noch mit dem moralischen Zeigefinger. Hier ist eher Aufklärung gefragt: Viele Besucher wissen schlichtweg nicht, welche Handlungen das Klima tatsächlich schädigen. Wie etwa die An und -Abreise. Gerade Individualanreisen mit dem PKW verursachen ein Vielfaches mehr an CO2-Emsisionen, als eine gemeinsame Anreise in einem vollbesetzten Reisebus. Auch nutzt es nichts, wieder verwertbare Badges zu verteilen und einen Öko-Caterer zu engagieren, wenn alle Teilnehmer mit dem Flugzeug anreisen. Somit sollten wir uns mehr auf die Wissensvermittlung konzentrieren, es keinesfalls dogmatisch machen – und wenn möglich: Klimaschutz mit „Spaß“ verbinden.  

Viel Engagement – und keiner merkt’s 

Oft ist von Planern zu hören: „Wir haben uns viel Mühe mit der ‘grünen’ Umsetzung gegeben, doch die Gäste haben es nicht wahrgenommen.“ Fast richtig. Denn bei näher Betrachtung zeigt sich oftmals: Die Gäste haben sehr wohl eine Veränderung wahrgenommen, doch hätten sie gerne mehr erfahren; über Maßnahmen, Motivation und Hintergründe: bezieht die Location Ökostrom, wie ist der Caterer aufgestellt, wo wurde CO2 eingespart usw.. Aber die Ausrichter hatten schlichtweg vergessen, ausreichend darüber zu informieren. Kurz: Um als glaubwürdig vom Verbraucher wahrgenommen zu werden, sind Veranstalter gefordert, ihr soziales und ökologisches Engagement stärker nach außen zu kommunizieren. Und die Gäste aktiv in ihr Konzept einzubeziehen. 

Öko ist uncool 

Schon jeder hat absurde Auswüchse grüner Eventinszenierung erlebt, die leider das Jutesack- und Bambustöpfchenimage unterstrichen; gottlob sind diese selten. Doch in bestimmten Branchen existiert noch immer eine tiefe Abneigung gegen die sogenannten Ökos. Obwohl die Zeit der lila Latzhosen längst vorbei ist. Patricia Wurch, Eventmanagerin bei der DKB AG kennt das nur zu gut. „Auch wir müssen stetig ‘Öko-Vorurteile’ abbauen. Doch sobald die Gäste eine gelungene, grüne Umsetzung hautnah erleben, und auch die emotionale Ebene dabei angesprochen wird, ist das positive Feedback enorm. Das freut uns sehr, zumal wir dadurch zum Imagewandel beitragen können.“ Darum: Zeigen Sie den Gästen, wie eine klimafreundliche Zukunft funktioniert, was ökonomisch rentabel ist und dennoch en vogue! 

German Convention Bureau

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