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Drei Erkenntnisse des #DigiDay 2017

Oder: Was kann die MICE-Branche von Ketchup-Flaschen lernen?

Rund 120 MICE-Profis tauchten am 7. Dezember 2017 in die digitale Zukunft von Tagungen, Kongressen und Events ein: fast doppelt so viele Teilnehmer wie im Vorjahr waren der Einladung des GCB zur zweiten Ausgabe des "Digital and Innovation Day" gefolgt.

Die Location – der 16. Stock des Westhafen Tower in Frankfurt – bot beeindruckende Ausblicke auf den Main und die Hochhauskulisse.
Die Location – der 16. Stock des Westhafen Tower in Frankfurt – bot beeindruckende Ausblicke auf den Main und die Hochhauskulisse.

Herausforderung Digitalisierung

"Die Digitale Transformation ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der auch die Tagungs- und Kongressbranche erfasst", - damit begrüßte GCB-Geschäftsführer Matthias Schultze die Teilnehmer. Die Digitalisierung fordert die MICE-Branche heraus: "Wichtig ist, dass man alle Bereiche betrachtet - nicht nur die Technologie, sondern auch Unternehmenskultur, Kanäle, Kundenkommunikation oder Strategie", erklärte Schultze. Die Zielsetzung des Tages: "Wir möchten uns mit Ihnen und für Sie auf die Reise machen- mit der heutigen Veranstaltung unterstützen wir Sie dabei, die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Organisation voranzutreiben und umzusetzen."

Durch das breit gefächerte Programm des Tages führte Moderator Michael Heipel. Der Event Marketing-Experte nutzte dabei auch das interaktive Event-Tool Slido, mit dem die Teilnehmer am Abend ein deutliches Fazit des #DigiDay17 zogen. Drei zentrale Erkenntnisse standen für sie im Vordergrund:

Erkenntnis Nr. 1: Auch in Zeiten der digitalen Transformation steht der Mensch im Mittelpunkt

Zwei Ketchup-Flaschen - eine traditionelle Glas- sowie eine Spenderflasche aus Plastik - zeigte Silke Hoersch, Executive Director Marketing and Business Development bei Ungerboeck, zu Beginn ihrer Keynote. Warum dieses Bild? "Die Glasflasche stellt die Erkennbarkeit der Marke in den Vordergrund - der praktische Spender aber den Nutzen für die Kunden", so Hoersch. Bezogen auf die Digitalisierung: "Man sollte die Dinge nicht tun, um digital zu sein, sondern davon ausgehen: Was möchte der Kunde?"

Der Blick auf den Nutzer prägte auch die Panel-Diskussion "Digitalization - take the chance!": "Es geht darum, zu verstehen, wie die Menschen in dieser zunehmend digitalen Welt leben wollen", sagte Dr. Torsten Wingenter, Head of Digital Innovations der Deutschen Lufthansa AG. Und Manuel Gerres, Geschäftsführer der Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH, forderte: "Wir müssen lernen, Technologien leicht zugänglich zu gestalten!"

Erkenntnis Nr. 2: Loslassen und einfach mal machen!

Kundenorientierung bedeutet: Rückkopplung mit den Nutzern bereits während der Entwicklung neuer digitaler Tools. Das erklärte Miguel Neves, Digital Content and Community Manager der IMEX Group: "Es geht darum, vom Kunden her zu denken. Stellen Sie das Design nur zu 80 Prozent fertig - nicht zu 120 Prozent - und testen Sie erst einmal!" Eine Erfahrung, die der Lufthansa-Manager Dr. Wingenter teilt: "Es ist wichtig, mit der Technologie zu spielen, Schritt für Schritt zu lernen."

Dr. Holger Feist, Chief Strategy Officer (CSO) and Acting Executive Director Marketing and Communication der Messe München GmbH, stellte mit dem Blog der Messe München über eine Reise ins "Silicon Valley" ein Projekt vor, das von Spontaneität gekennzeichnet war und dennoch - oder gerade deshalb? - großen Erfolg hatte. Sein Rat: "Loslassen und einfach mal machen!"

Erkenntnis Nr. 3: Digitalisierung muss in Strategie und Unternehmenskultur verankert sein

Die Teilnehmer des #DigiDay17 waren sich einig: Ohne Strategie geht nichts - und genauso wichtig ist eine neue Unternehmenskultur. Warum, erklärte Katharina Hochfeld, Leiterin des Kompetenzteams "Diversity and Change" am Fraunhofer IAO: Laut der Keynote-Rednerin verändert die digitale Transformation die Struktur der Arbeit grundlegend, etwa durch Vernetzung, Flexibilisierung und neue Handlungsspielräume. "Was heißt das für Hierarchie und Führung? Was für die Entlohnung?" skizzierte die Speakerin einige der daraus resultierenden Fragen.

"New Work"- Modelle und Digitalisierung stellen insbesondere die "Silos" infrage - ein Begriff, der auch in Workshops und angeregten Pausengesprächen häufig fiel. Gemeint ist damit eine althergebrachte, wenig vernetzte Arbeitsweise. Mit deren Überwindung ist auch der Bedarf an unterschiedlichen Raumlösungen verknüpft - Ideen und Angebote dazu stellte Sabine Sauber vor, Head of Marketing der Design Offices.

Fazit: Es gibt noch viel zu tun!

Gastgeber Matthias Schultze bilanzierte am Abend: "Wir sind heute weit gekommen, aber es gibt noch viel zu tun!" Er verwies auf kommende Angebote des GCB zum Thema: So geht es zum Beispiel bei der 4. Meeting Experts Conference (MEXCON) vom 20. bis zum 21. Juni 2018 im RheinMain CongressCenter Wiesbaden um das Thema "Industry Challenges - Bereit für die Zukunft?". Außerdem sind bereits jetzt Anmeldungen für den nächsten "Digital and Innovation Day" am 5. Dezember 2018 möglich - bis Jahresende 2017 sogar zum diesjährigen Preis.

Infos zur MEXCON 2018

http://www.mexcon.de/

Infos und Anmeldung zum #DigiDay18

Digitale Leuchttürme der MICE-Branche

Leipzig 360°: Die Partner der Kongressinitiative do-it-at-leipzig.de stellen auf ihrer Website eine Vielzahl an Locations und Dienstleistungen vor, die direkt auf der Website mit Panorama-Bildern erkundet werden können - mit einer VR-Brille auch im 3D-Erlebnis.

"Valley 16": Sechs Topmanager der Messe München GmbH besuchten im Oktober 2016 Unternehmen im "Silicon Valley" und schrieben darüber in einem spontan eingerichteten Blog. Das Projekt wurde 2017 mit dem Deutschen Preis für Onlinekommunikation 2017 ausgezeichnet.

Virtueller Showroom CCH: Hier können Tagungsplaner sich schon vor der Eröffnung im Jahr 2019 im neuen CCH - Congress Center Hamburg umsehen - dafür hat die Hamburg Messe und Congress GmbH den Showroom zum Beispiel mit detaillierten 3D-Renderings und einem interaktiven Hologramm ausgestattet.

"Die Inhalte der Vorträge waren so breit gefächert, dass für jeden etwas dabei war. Der Workshop war sehr professionell geführt und hat mir auf jeden Fall etwas mitgegeben, das ich in der Praxis umsetzen kann!"

Oliver Edwards, Conference & Touring, C&T GmbH

 

"Ich fand es bereichernd, den Aspekt der Digitalisierung in allen Facetten zu beleuchten und zu sehen: Wo stehe ich - was kann ich noch ergänzen?"

Elisabeth Stasch, Stasch Event & Travel GmbH

Rückblick Programm #DigiDay17

Digitalisierung zum Anfassen und Mitmachen beim Digiday17

Science-Slam: "Smartest ideas & hottest trends - the digital future of MICE:

EventMobi: Event-App und -Plattform für die gesamte Veranstaltungsplanung - von der Registrierung bis zum Feedback und Nutzungsstatistiken
UCM.Agency: Effizienz durch flexible Personallösungen für Events
Spacebase: Vermietung von ungewöhnlichen Meeting-Locations weltweit
MATE: "Autopilot" für vernetztes Gäste- und Personalmanagement sowie Location- und Catering-Auswahl

Interaktive Workshops:

Influencer Marketing im MICE-Bereich mit Florian Bauhuber (Tourismuszukunft)
GO LIVE - Echtzeitkommunikation rund um Ihr Event mit Günter Exel (Tourismuszukunft)
Von der Customer zur Content Journey: Praxisbeispiel 360 Grad-Kommunikation der AccorHotels mit Sybille Milka-Böhm (Accor), Thorsten Habermann (Accor) und Michael Heipel
Event Design mittels Visual Thinking: #EventCanvas mit Gerrit Jessen (MCI)