Matthias Schultze im Gespräch mit Carina Bauer, CEO Imex Group über Leadership in Events

Es gibt zweifelsohne bestimmte Fähigkeiten und Talente, die Führungskräften schon immer zugeschrieben wurden.Leader müssen in der Lage sein, Teams zusammenzustellen. Damit das gelingt, müssen sie ihre Leute und deren Talente wiederum genau kennen. Führung bedeutet in diesem Sinne auch, Menschen zu befähigen und in Positionen zu bringen, in denen sie sich entfalten und zum Unternehmenserfolg beitragen können.

Matthias Schultze sprach mit Carina Bauer, CEO of Imex Group, über Führung in der Tagungs- und Kongressindustrie.

Matthias Schultze: Guten Morgen, Carina, und vielen Dank, dass du dir am frühen Morgen die Zeit für ein kurzes Gespräch mit mir nimmst. Im Juni konzentriert sich das German Convention Bureau auf das Thema "Führung" und ich freue mich sehr über die Gelegenheit, mit dir zu diskutieren, was Leadership für dich bedeutet.

Wie definierst du als angesehene Führungspersönlichkeit Leadership und was sind deiner Meinung nach die "Hauptzutaten", um ein guter Unternehmensführer zu sein oder zu werden?

Carina Bauer: Ich denke, dass es viele verschiedene Wege gibt, Menschen zu führen. Ich glaube nicht, dass es eine Universalmethode gibt und die unterschiedlichsten Menschen können Führungspositionen einnehmen. Für mich ist eines der wichtigsten Dinge, eine sehr klare Vision zu haben und diese für die Menschen, die man versucht zu führen, deutlich in Worte fassen und rüberbringen zu können. Ich glaube auch, dass es wichtig ist, in Führungspositionen bescheiden zu sein und sich selbst auch in einer dienenden Rolle zu sehen für die Mitarbeiter, die man führt. Außerdem würde ich sagen, dass man ein Leader sein kann, egal wo man in einem Unternehmen steht und welche Rolle man hat - man muss nicht an der Spitze einer Organisation stehen, um Menschen zu führen und eine Führungsrolle einzunehmen.

Matthias Schultze: Welche Führungspersönlichkeiten in unserer Industrie inspirieren dich?

Carina Bauer: Es gibt viele inspirierende Führungspersönlichkeiten in unserer Industrie und auch außerhalb. Ich selbst hatte natürlich das Glück mit meinem Vater, Ray Bloom, als einer großartigen Führungspersönlichkeit unserer Branche aufzuwachsen und habe viel von ihm gelernt. Immer beeindruckt und inspiriert hat mich auch Deborah Sexton, eine sehr starke und angesehene weibliche Führungspersönlichkeit der Branche. Ich habe gesehen, wie sie es geschafft hat, das PCMA-Netzwerk zu einer der wichtigsten Führungsorganisationen in unserer Industrie zu machen. Ich hatte gleichzeitig die Gelegenheit, sehr eng mit ihr und ihrem Team zu arbeiten. Dabei habe ich gemerkt, wie sehr ihr Team sie bewundert und wie sie selbst in der Lage war, als Mentor für ihre Leute zu agieren. Viele ihrer Teammitglieder waren sehr jung, als sie anfingen, haben sich unter ihrer Führung weiterentwickelt und Deborah hat sie immer sehr ermuntert, sich weiterzubilden und einen MBA machen oder andere Qualifikationen zu erlangen. Sie hat damit sehr geholfen, ihre Mitarbeiter als Führungspersönlichkeiten zu entwickeln und war für mich immer sehr inspirierend.

Matthias Schultze: Welchen Ratschlag würdest du geben, wenn man gerade in unserer Industrie - oder in einer anderen - angefangen hat und eine Führungsrolle anstrebt?

Carina Bauer: Als erstes würde ich sagen - und hier komme ich auf meinen Punkt vom Anfang zurück -, dass man zu jedem Zeitpunkt seiner Karriere und in jeder Position eine Führungsrolle einnehmen kann. Denn bei Leadership geht es im Endeffekt darum, seine Vision artikulieren zu können und Verantwortung sowohl für das zu übernehmen, was man selbst tut, als auch für die Arbeit seines Teams. Man kann an jeder Stelle ein Leader sein. Von daher ist es wichtig zu verstehen, dass man, wenn man einen neuen Job anfängt, nicht immer nur darauf wartet, dass man von jemandem gesagt bekommt, was zu tun ist. Stattdessen sollte man selbst die Initiative übernehmen, über Dinge nachdenken, proaktiv sein und sagen "Ich kann etwas ändern, ich kann etwas tut, ich kann diese Verantwortung übernehmen". Wenn man das kann und zeigt, beginnt man damit, seine Führungsqualitäten zu entwickeln. Daneben würde ich zu allen, die in diese Industrie kommen, sagen: Seid bereit, wirklich hart zu arbeiten und alles zu tun, was nötig ist, ohne euch zu sehr zu zieren. Es heißt, dass man 10.000 Stunden üben muss, um ein Musikinstrument, eine neue Fähigkeit zu lernen. Eine Führungspersönlichkeit zu sein, ist auch eine Fähigkeit, also muss man es üben. Man muss bereit sein, die Zeit dafür aufzubringen und die nötige Arbeit reinzustecken, um erfolgreich zu sein.

Matthias Schultze: Sehr interessant. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für einen Espresso mit mir genommen hast, um über das Thema Leaderhip zu sprechen. Alles Gute für Dich und das IMEX-Team!

Carina Bauer: Danke dir, Matthias!