11 Dez 2018

Die zukünftige Rolle & Herausforderungen von Veranstaltungen in der Unternehmenskommunikation: Drei Denkanstöße

Der Megatrend Technisierung und die Digitale Transformation bewirken Veränderungen bei der Organisation von Veranstaltungen – in immer rasanterem Tempo. Virtuelle und hybride Events beispielsweise sind keine theoretischen Zukunftsvisionen, sondern existieren bereits. Mit diesem Veränderungsdruck fordert die Digitalisierung die Tagungs- und Kongressbranche heraus – sie bietet aber auch Chancen.

Vor diesem Hintergrund haben wir drei Thesen oder Denkanstöße formuliert:

Erstens

Smarte qualitätsorientierte Datenanalysen werden zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Das bisher unentdeckte Potenzial von Veranstaltungen muss genutzt werden.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen funktioniert das „One size fits all“-Prinzip bei der Veranstaltungsorganisation nicht mehr. Potenzielle Veranstaltungsteilnehmer müssen individuell, orientiert an ihrer persönlichen Customer Journey, angesprochen werden. Modernes Marketing muss den Kunden beziehungsweise die Zielgruppe definieren und in den Mittelpunkt stellen. Um diese individuelle, personalisierte Ansprache zu ermöglichen, werden Informationen der potenziellen Teilnehmer benötigt.

Zweitens

Erfolgreiche Veranstaltungen müssen innovativ sein – nicht nur auf der Bühne, sondern auch dahinter.

Um erfolgreich zu sein, müssen Veranstaltungen disruptiv auf den Teilnehmer wirken und auf allen Ebenen – Gesellschaft, Didaktik, Technologie, Mobilität, Infrastruktur – Innovationen betrachten. Neueste  Medientechniken wie Virtual Reality, Augmented Reality oder Hologramme sind einsetzbar. Veranstaltungen können in Smart Buildings stattfinden und deren Sensorik in die Dramaturgie einbinden.

Drittens

Eventmanager von morgen benötigen völlig neue Skills und Tools für ihre Arbeit: die Future Hot Skills.

Eventmanager benötigen mehr als die bekannten Skills, um künftig erfolgreiche Veranstaltungen organisieren zu können. Denn die Plattformökonomie und die damit einhergehende Automatisierung übernimmt viele Arbeitsschritte, die bisher klassischer Teil der Eventorganisation waren – darunter zum Beispiel Optionierung, Preisvergleiche und das Einholen von Angeboten. Veranstaltungen werden konfigurierbar sein, sodass es für die Planung keiner bestimmten beruflichen Ausbildung bedarf. Dagegen werden in Zukunft völlig neue Skills und Tools notwendig sein: die Hot Skills von morgen. Dazu zählen sowohl fachliche, methodische als auch soziale Kompetenzen, die in der digital transformierten Welt den entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausmachen werden.

  • Datenkompetenz
  • IT-/Security-Kompetenz
  • Methodenkompetenz
  • Teamkompetenz
  • Flexibilität

Ausblick: Aus dem Event Manager wird ein Community Manager

Die durch die Digitalisierung angestoßenen Veränderungen in der Veranstaltungsbranche wirken sich auch auf das Berufsbild der Menschen aus, die Veranstaltungen organisieren: die Eventmanager in Unternehmen oder Agenturen. Sie müssen künftig Faktoren wie Community Building und Kollaboration, innovative Formate und digitale Räume im Blick haben. In der Summe werden Eventmanager zunehmend zu Community-Managern. Sie planen nicht mehr nur eine zeitlich und räumlich begrenzte Veranstaltung, sondern bauen eine Community auf und gestalten für diese ein Erlebnis. Veranstaltungen fungieren damit im Kern nach wie vor wie die gemeinschaftsstiftenden Zusammenkünfte der Steinzeit – vor dem Hintergrund der Möglichkeiten und Anforderungen in einer digitalisierten Welt.