© doo GmbH

16 Nov 2018

Künstliche Intelligenz in Events

Autor: Michael Liebmann, Geschäftsführer der Event-Automatisierungsplattform doo

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen zu Hause oder im Büro und sagen „Alexa, zu welchen Veranstaltungen soll ich im nächsten Jahr gehen?“ und Ihr virtueller Assistent macht Ihnen drei Vorschläge inklusive Agenda-Zusammenstellung und wen Sie dort treffen sollten. Außerdem bietet Ihr virtueller Assistent direkt an, die komplette Reise von Tür zu Tür für Sie und Ihre Begleitung zu organisieren. Und da Alexa Sie und Ihre Interessen sehr gut kennt, nehmen Sie direkt alle drei Vorschläge an, denn schon im letzten Jahr waren die Vorschläge ausgezeichnet.

Kann die Zukunft so aussehen? Und wie profitieren Event-Manager heute von Künstlicher Intelligenz? Was sind wirklich die Trends und wie kann ich sie für mich nutzen? Dr. Michael Liebmann, Gründer und Geschäftsführer von doo - Smart-Event-Automation hat in künstlicher Intelligenz promoviert und dazu ein Whitepaper verfasst. Download hier. Den wichtigsten Überblick und Trends für 2019 lesen Sie in diesem Artikel.

Wo steht künstliche Intelligenz heute?

Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. Die neueste Version von Google’s Assistent kann mittlerweile eigenständig beim Friseur anrufen und einen Termin aushandeln. Amazon’s Alexa wächst immer mehr in unseren Haushalt und steuert Heizung, Sicherheit, Kühlschrank, Kaffeemaschine und unsere Bestellungen. Aber was genau passiert da, wie machen die Maschinen das?

Ganz einfach: Mit Hilfe von selbstlernenden Algorithmen, z.B. sog. neuronalen Netzen, erlernen Algorithmen, wie sich der Mensch in bestimmten Situationen verhält und leitet für sich Regeln ab, nach denen der Algorithmus reagiert, wenn er in die gleiche Situation kommt.

Beispiel Autonomes Fahren: Kameras nehmen abermillionen gefahrene Kilometer aus hunderten von Autos auf. Ein Lernalgorithmus erfasst immer wiederkehrenden Elemente und leitet z.B. die Regel ab, das Fahrzeug immer innerhalb der weißen Linien zu halten, um Kollisionen mit anderen Fahrzeugen zu vermeiden. Eine weitere Regel wäre bei Baustellenschildern, gelten nicht mehr die weißen Linien, sondern gelbe. Solche Regeln sind existenziell und mit heutigen Algorithmen verhältnismäßig einfach zu erlernen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Maschinen morgen unsere Welt übernehmen können. Denn heute lernen sie nur auf kurzen Distanzen und in ganz bestimmten Situationen das Verhalten der Menschen auswendig. Das ist zwar sehr beeindruckend, aber von echter, genereller Künstlicher Intelligenz sind wir noch Jahrzehnte entfernt.

“Maschinen fehlt heute noch der menschliche Kontext. Sie lernen nur Teilabschnitte menschlicher Interaktion auswendig.”

Auch Amazon Alexa leidet noch ein substantiellen Kinderkrankheiten. So müssen wir heute immer erstmal ein sog. Skill installieren (ähnlich wie eine App auf dem Handy), um ein Serviceangebot nutzen zu können. Die wenigsten Skills sind aber bekannt. Daher ist Alexa trotz über 50.000 (!) verfügbaren Skills der Durchbruch auf dem Massenmarkt noch nicht gelungen.

Welche Anwendungsbeispiele gibt für Event-Manager?

Zwar werben heute viele mit KI, aber echte KI mit erprobtem Mehrwert gibt es wenig. Hier eine Einschätzung der Themen, die Event-Manager in 2019 im Auge behalten sollten:

© doo GmbH
Michael Liebmann

Michael Liebmann ist Gründer & Geschäftsführer der Event-Automatisierungsplattform doo in München. Er ist Ingenieur und hat im Bereich künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen promoviert. Nach 6 Jahren bei der Unternehmensberatung Bain & Company in München hat Michael zusammen mit seinem Kollegen Christoph Sedlmeir die Firma doo gegründet. Doo bringt alle Schritte des Teilnehmermanagements von Einladung, Registrierung, Event Webseite, Einlass, Apps und Reporting auf eine Plattform. Ziel ist es, dem Event Planer nicht nur durch eine zentrale Plattform die Arbeit abzunehmen, sondern mit Hilfe von Datenanalyse und Reporting Events intelligenter und erfolgreicher zu machen. Mit doo rückt der Event-Planer ins Zentrum. Er ist nicht einfach nur ein Planer, sondern kann den Erfolg eines Events aktiv gestalten. Zu den Kunden von doo gehören Messe Frankfurt, Software AG, WuV, die Zeit, BayWa und andere Unternehmen aus DAX und MDAX

 

 

1. Concierge-Chatbots

Das schlimmste ist, relevante Teilnehmer, Sponsoren oder Aussteller zu verlieren, weil sie auf der Event-Webseite ihre Fragen nicht beantwortet bekommen. Heute gibt es eine Vielzahl von Chatbot Anbietern, die man auf das eigene Event-Angebot und Interessentenprofil einstellen kann. Das ist gar nicht so schwer. Der Webseitenbesucher wird direkt vom Chatbot angesprochen und führt zu den jeweiligen Antworten. Auch eine Event-Anmeldung direkt aus dem Chatbot ist möglich. Aus den Nutzerfragen kann man gleich wieder neu lernen!


2. Personalisierung von Events

Alle und Jeder machen heute Events. Um sich zu differenzieren, reicht nicht einfach nur mehr Budget. Ein Event muss exakt auf die Teilnehmer und Sponsoren zugeschnitten sein. Das geht nur, wenn man die Teilnehmerreise entsprechend zuschneidet. In 2019 wird Personalisierung sich daher zu einem echten Wettbewerbsvorteil entwickeln. Z.B. um gezielt, die richtigen Teilnehmer anzusprechen, No-Show Raten zu reduzieren oder Teilnehmer-Engagement während des Events zu steigern. Die Umsetzung ist gar nicht so schwer, hier finden Sie Beispiele.

3. Automatisches Teilnehmer-Matchmaking

Wer kennt diesen Moment nicht: Obwohl Sie hunderte Kilometer für ein Event angereist sind, haben Sie nach 2 Stunden alle Termin durch und fragen sich, was Sie jetzt tun sollen. Dabei könnte man auf einem zentralen Industrie-Event so viele relevante Leute kennenlernen. Dabei hilft Matchmaking. Fachbesucher geben bei der Registrierung an, welche Interessen und Herausforderungen Sie haben und welche Stellung in welchem Unternehmen. Der Algorithmus berechnet dann, welcher Aussteller mit welchem Teilnehmer sprechen sollte und macht automatisch Laufpfad Empfehlungen durch das Event, ggf. Terminvorschläge. Die Effekte auf Teilnehmer und Aussteller sind enorm!

4. Weitere Themen

  • Biometrische Erkennung am Einlass
  • Virtuelle Event-Management Assistenten beim Teilnehmermanagement
  • Das selbstlernende Event-CRM, infos hier

FAZIT

Auch wenn KI vielerorts noch nicht das hält, was die Werbung verspricht, werden wir in 2019 erste Anwendungen sehen, die einen echten Wettbewerbsvorteil ermöglichen. Deren Anwendung ist gar nicht so schwer. Teilweise bedeuten die Anwendungen sogar geringere Budgets, weil durch Automatisierung Aufwand eingespart wird!