13 Dez 2019

Die Heldenreise geht weiter: #DigiDay19 des GCB

„Digital Heroes“ und die Rolle von KI: Bösewicht oder Superkraft?

Nach der ersten Etappe der Heldenreise für „Digital Heroes“ im Vorjahr hieß es am 5. Dezember wieder: Superheldenumhang umschnallen und nach Frankfurt düsen – zum „Digital & Innovation Day“ 2019 des GCB. Diesmal am besten mit Flossen und einer Schicht Neopren, denn die #Eventprofs tauchten unter dem Motto „DeepDive Toolset“ ins Thema Tech und Tools ein. Dabei gingen Speaker und Teilnehmende verschiedenen Buzzwords zum Thema Digitalisierung auf den Grund: von Big Data über Chatbots bis hin zu Machine Learning und Künstlicher Intelligenz (KI).

Sven Krüger © GCB / Michael Pasternack

KI: Zwischen Vogel und kleinem Äffchen

Durch den Tag zog sich die Frage nach der Rolle der KI: Ist sie in dieser Heldensaga der Bösewicht oder lässt sie sich vielmehr als Superwaffe einsetzen? Die Vorträge und Sessions zeigten, dass es in diesem Punkt nicht nur Gut und Böse gibt. Sven Krüger, der mit seiner Keynote den #DigiDay19 einläutete, kritisierte die verbreitete mediale Verteufelung intelligenter Maschinen oder Algorithmen: „Ich möchte Sie einladen, einmal ganz bodenständig auf dieses Thema zu schauen.“

Um den Mythos der KI als „dunkler Macht“ zu entkräften, zeigte der Berater für digitale Transformation auf, wo intelligente Anwendungen schon im Einsatz sind: vor allem bei Tools, die unseren Alltag immer bequemer machen. Auch wenn die KI sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinde und sich aktuell etwa auf dem Niveau „zwischen Vogel und kleinem Äffchen“ bewege, prognostiziert der Experte: „Alle Interaktionen der Zukunft werden über einen Bot laufen.“

Prof. Felix Naumann (Hasso-Plattner-Institut) © GCB / Michael Pasternack

„Human in the loop“: die Verantwortung des Menschen

Obwohl Fürsprecher der KI, hob Sven Krüger auch die Herausforderungen im Umgang mit den neuen Technologien hervor – zum Beispiel den Wegfall von Jobs, vor allem aber den Einfluss auf Privatsphäre, Freiheit, Ethik oder Vertrauen. Ebenso wie Prof. Felix Naumann (Hasso-Plattner-Institut) in seinem Impulsvortrag am Nachmittag betonte Krüger, dass mit dem Einsatz intelligenter Maschinen beziehungsweise dem Umgang mit Daten ein hohes Maß an Verantwortung verbunden sei.

Doch, so Krüger: „Die KI selbst macht immer nur das, wozu Menschen sie gebaut haben.“ Auch der Informatiker Naumann unterstrich in seinem inspirierenden Vortrag die Rolle des Menschen, um Missbrauch oder Fehlinformation zu vermeiden: In jeglichem Entwicklungs- und Anwendungsprozess müsse es einen „human in the loop“ geben.

Anleitung für „Digital Heroes“: Live-Hacking mit IT-Sicherheitsexperten

Einen sehr konkreten Einblick in das Thema Datenmissbrauch gab Chris Wojzechowski beim spannenden und ungewöhnlichen Live-Hacking. Wer die Bösen und die Guten sind, verschwimmt auf diesem Gebiet gelegentlich: So nutzen auch die im Dienste des Datenschutzes tätigen Hacker die Methoden der Betrüger, um daraus Empfehlungen für stärkere Sicherheitsvorkehrungen abzuleiten. Der IT-Experte führte live das Knacken von Passwörtern und Telefonbetrug vor und gab den Superhelden-Aspiranten eine Menge Tipps, mit denen sie es nun in ihrem privaten und beruflichen Alltag mit den Herausforderungen der digitalen Welt aufnehmen und sich selbst besser schützen können.

© GCB / Michael Pasternack

Happy End der Heldenreise – oder nicht? Fortsetzung folgt!

Der #DigiDay19 hielt für die „Digital Heroes“ also Chancen und Herausforderungen bereit. Die guten Nachrichten: Kaum jemand in der Veranstaltungswelt muss wegen KI um seinen Job fürchten – denn kreative und konzeptionelle Tätigkeiten werden auch in vielen Jahren noch dem Menschen vorbehalten sein. Zudem stellen innovative digitale Werkzeuge – zum Beispiel Plattformen für Buchung und Teilnehmermanagement, Bots oder VR-basierte Lösungen – wertvolle Hilfen bei der Veranstaltungsorganisation dar.   

Doch es lauern auch Risiken: Wer Trends wie die Plattformökonomie verschläft, geht unter. Wer hingegen permanent am Ball bleibt und sich so mit Superkräften stählt, ist für die Zukunft bestens gerüstet. Das gilt auch für den #DigiDay, der seit mittlerweile vier Jahren mit jeder neuen Ausgabe sein Gesicht verändert hat. Und für 2020 gilt jetzt schon: Fortsetzung folgt!

© GCB / Michael Pasternack

Teilnehmerstimmen zum #Digiday19

Anne Kathrin Rochna, KAD Kongresse & Events KG: „Der #DigiDay19 war sehr umfangreich und hat viele Impulse gebracht. Es ist toll, an einem Tag so einen Rundumüberblick zu bekommen.“

Gabriele Wensing, Messe Frankfurt: „Ich war zum ersten Mal dabei und es hat mir sehr viel mitgegeben!“ 

Vanessa Arnold, Karlsruher Messe- und Kongress GmbH: „Der Tag war sehr informativ und interessant und hat auf Aspekte aufmerksam gemacht, an die man so noch nicht gedacht hat – zum Beispiel auf das Thema Verantwortung im Zusammenhang mit digitalen Tools.“

Thomas Schwenke, MMKT GmbH: „Das Programm hat viele spannende Sachen geboten, besonders die Themen Chatbot und Alexa-Skills. Der #DigiDay19 war eine sehr schöne Zusammenfassung von hilfreichen Tools.“

Linktipps für den Überraschungsmoment

  • Wie erkennt man ein Fake-Profil? Eher nicht am Foto. Auf der Website www.thispersondoesnotexist.com finden sich unzählige computergenerierte und täuschend echt aussehende Porträtbilder von Menschen, die es gar nicht gibt.
  • Sind meine Registrierungsdaten wirklich geheim? Auf der Seite www.haveibeenpwned.com kann jeder schnell überprüfen, ob und wo sein Passwort gehackt worden ist.
  • Wann werde ich durch KI meinen Job verlieren? Aufschluss darüber gibt die Website https://job-futuromat.iab.de/
  • KI kann auch Spaß machen: Wer sonst unter der Dusche seine Lieblingslieder trällert, kann nun vor dem Smartphone oder Laptop die großen „Queen“-Hits nachsingen und mit dem „Freddiemeter“ testen, wie viel des legendären Leadsängers in ihm steckt: https://freddiemeter.withyoutube.com/