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Digitale Technologien und Kanäle revolutionieren die Vermarktung von Kongresshäusern – ja oder nein?

So vermarkten GCB Mitglieder ihre renovierten oder neugebauten Häuser

Mit Siri, Alexa, VR oder AR stellt man sich schon die Frage, ob klassische Vertriebsstrategien heutzutage ausgedient haben. Eine Vielzahl an Kanälen, ständig neue digitale Technologien, eine unüberschaubare Diversität an Zielgruppen: Vielleicht nicht ausgedient, aber zumindest verändern sich Marketing- und Vertriebsstrategien im digitalen Zeitalter, denn auch das Such-, Nutzungs- und Buchungsverhalten der potentiellen Kunden verändert sich. Gerade Kongresszentren, die sich im Bau oder Neubau befinden, müssen ihre Vertriebs- und Vermarktungskonzepte unter Berücksichtigung der sich ständig verändernden Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen überdenken.

Setzen Sie auf Sales-Calls, Messen, Content oder Online Marketing oder klassische Kommunikation? Google Ads, Influencer Marketing, VR oder 3D-Visualisierungen - die Möglichkeiten der Vermarktung sind mittlerweile schier unüberschaubar. Wir haben deshalb bei unseren Mitgliedern, die vor kurzem eröffnet haben, sich noch im Bau befinden oder demnächst umbauen, nachgefragt, wie heutige Vertriebs- und Marketingstrategien aussehen können:

Oliver Heiliger

"Wir sind mit Baubeginn des neuen RheinMain CongressCenter – vier Jahre vor Eröffnung  – in den Verkauf gegangen. Wer ins Risiko geht, ein noch unfertiges Haus zu buchen, benötigt konkrete Informationen. Wir vermarkten unser Haus mit einem in 3D Echtzeit virtuellen Modell. Das Haus wurde maßstabgetreu entwickelt und dem aktuellen Planungsstand angepasst. Auf dieser Grundlage konnten sich unsere Kunden ein Bild von Architektur, Optik, Größe und Lage der Räumlichkeiten sowie von Bestuhlungs- und Veranstaltungsvarianten machen. Das Modell haben wir zu Kundenterminen und auf Messen eingesetzt und stets positives Feedback dafür erhalten."

Oliver Heiliger, Geschäftsführer RheinMain CongressCenter

Lars Wöhler

"Über die Kommunikation und Außendarstellung wird das erste Vertrauen beim Kunden hergestellt, beides ist daher für die Vermarktung einer neuen, aber auch einer bestehenden Location essentiell. Das A und O ist und bleibt aber das persönliche Gespräch  – am Telefon, auf Messen und Netzwerkveranstaltungen oder vor Ort im Unternehmen bzw. am Veranstaltungsort. Als Dienstleister muss man darüber hinaus die individuellen Wünsche des Kunden erkennen und darauf eingehen: Von der Planung bis zur Durchführung eines Events."

Lars Wöhler, Geschäftsführer Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG & Centralstation Veranstaltungs-GmbH

Philipp Geusendam

"Wir werden ab Herbst 2018 für 12 Monate unseren Kongress-Saal sanieren und modernisieren und zukünftig einen weiteren Bereich, das "Loft Meeting" hinzubekommen. Da gerade das internationale Kongress-Geschäft mit großen Vorlaufzeiten geplant wird, setzen wir unseren Fokus auf eine ehrliche und transparente Kommunikation und absolute Kundenorientierung. Durch die Erweiterung der Rheingoldhalle in 2007 haben wir bereits gelernt, wie sehr unsere Kunden diese offene Art schätzen."

Philipp Geusendam, Convention Sales Manager, mainzplus CITYMARKETING GmbH

Mathias Schiemer

"Die Vermarktung des Neuen Kongresszentrum Heidelberg ( NKHD ) wird von uns mit einer Cross Promotion Kampagne begleitet mit den Schlagwörtern 'Tourismusstrahlkraft weltweit' , 'Wissenschaftsstadt mit der ältesten Universität Deutschlands'; 'NKHD steht im größten Passivhausdistrikt weltweit'; 'Einzigartige Raumplanung für Kongresse des 21. Jahrhundert' und 'Internationalität & Weltoffenheit '."

Mathias Schiemer, Geschäftsführer Heidelberg Marketing GmbH

Franziska Maier

"Mit unserer CCHange-Kampagne setzen wir während der Bauphase gezielt auf eine digitale Marketingstrategie. Mithilfe von digitalen Features machen wir das neue CCH für unsere Kunden so erlebbar wie möglich: Vom 360°-Film, der mit einer Oculus Rift-Brille angeschaut wird, über einen individuellen Raumlayout-Konfigurator bis hin zu unserem Showroom mit seinem virtuellen CCH-Hologramm als Herzstück. Diese überwiegend mobilen Tools ermöglichen uns gleichzeitig eine flexible Präsentation beim Kunden sowie auf den wichtigen MICE Messen."

Franziska Maier, Sales & Marketing Manager CCH (Congress Center Hamburg)

Sara Parr

"Bei der Vielzahl an Kanälen geht es meiner Meinung nach weniger darum, welcher Kanal oder welche Maßnahme die richtige ist und mehr darum, den geeigneten Marketing- und Maßnahmenmix für sich zu finden. Hierbei sollte der persönliche Kontakt, die klassischen Medien aber auch digitale und online Vermarktungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Nur eine integrierte und ganzheitliche Kommunikationsstrategie kann heutzutage zum Erfolg führen. Dabei sollte man zum einen die Bedürfnisse und Anforderungen sowie Nutzungsgewohnheiten der eigenen Zielgruppe auf der Agenda haben und zum anderen sich von dem 'One size fits all' Anspruch lösen. Jeder Kanal oder auch jede Technologie funktioniert nach seinen eigenen Spielregeln und diese gilt es zu beachten, um langfristig mit der eigenen Strategie erfolgreich zu sein."

Sara Parr, Deputy Director Content Marketing & Digital Channels, GCB German Convention Bureau e. V.