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Newsletter 8 2005, September

Convention Food: FAZ liebt Frankfurter Erbsensuppe


Obst, Gemüse und vegetarische Gerichte bei Kongressen immer beliebter

'Der Mensch ist, was er isst' sagte der deutsche Philosoph Ludwig Feuerbach und die Ernährungswissenschaftler stimmen ihm zu. Wie wir uns ernähren spiegelt sich in unserer Gesundheit wieder. Viele Menschen achten deshalb seit einigen Jahren auf eine bewusste Ernährung. Auch beim Catering von Kongressen ist dieser Trend jetzt deutlich spürbar: Leichter, bekömmlicher, gesünder - doch Congress-Catering ist nicht überall gleich. Im Berliner Kongress- und Hotelkomplex Estrel kocht man anders als im m:con Congress Center Rosengarten und auch bei der leichten Küche gibt's Ausnahmen.

"Viel Obst, viel Gemüse und vegetarisch ist in letzter Zeit beliebter geworden", erklärt Sven Malmstroem, Geschäftsführer des United Catering Services in Berlin. Gerade kocht er an einer ganz besonderen Delikatesse, die er auch den Gästen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung anlässlich des dritten Geburtstages auftischte: Frankfurter Erbsensuppe. Während er die Erbsen und Schalotten zusammen mit der heißen Fleischbrühe püriert, erzählt er weiter: "Erst jetzt ist der Wunsch nach gesunder Ernährung auch im Kongress-Catering merkbar. Während die Veranstalter früher damit zufrieden waren, dass den Teilnehmern das Essen schmeckt, wollen sie heute die Besucher mit Köstlichkeiten verwöhnen, bei denen sie kein schlechtes Gewissen haben müssen." Er rührt den Brei in einem Topf mit etwas Milch, salzt ihn und kocht ihn auf.

In Europas größtem Convention-, Entertainment- und Hotelkomplex Estrel in Berlin teilt man Malmstroems Meinung. Küchendirektor Peter Griebel: "Die leichte Küche ist aus den Kongressen nicht mehr wegzudenken. Flying Buffet und Fingerfood mit frischem Obst und Gemüse sind bei den Teilnehmern sehr beliebt. Dabei spielt es selten eine Rolle um welches Obst oder Gemüse es sich handelt. Jahrelang waren ausländische Sorten willkommener, doch mittlerweile genießt man auch gerne heimisches Obst und Gemüse." Sven Malmstroem schneidet den Schinken in feine Streifen, die Würstchen in dünne Scheiben, hackt die Petersilie klein und gibt alles dazu. Nach kurzem Aufkochen, stellt er den Topf von der Herdplatte. "Es gibt nur selten Kongresse, bei denen auf die leichte Küche verzichtet wird. Hier in Berlin kommt das eher selten vor, in den ländlichen Gegenden ist das deftige Essen etwas willkommener."

Schon Altkanzler Helmut Kohl ließ seinen ausländischen Staatsgästen gerne Saumagen auftischen. Bei der Hauptversammlung von Fuchs Petrolub, dem weltgrößten Hersteller von Schmierstoffen, setzte man im m:con Congress Center Rosengarten Mannheim auf die pfälzische Spezialität. Auch die Aktionäre des Chemieriesen BASF mögen's deftig und heimisch: Frankfurter Würstchen und Kartoffelsalat. Mit Pfefferrollbraten und Speck-Zwiebelsoße verwöhnte Finanzdienstleister MLP die Besucher seiner Hauptversammlung. Sven Meyer, Wirtschaftsdirektor des Kongresshotels Dorint Sofitel am Rosengarten Mannheim: "Hier in der Metropolregion Rhein-Neckar, also zwischen dem Odenwald und der südlichen Weinstraße, setzt man oft auf heimische Spezialitäten. Pfälzer Wein, frischer Spargel und Saumagen stehen ganz oben auf der Hitliste - allerdings nur bei Hauptversammlungen. Ein Aktionär muss sich bei einer Hauptversammlung etwas weniger konzentrieren als ein Arzt bei einem Kardiologenkongress. Der Arzt muss das, was er im Kongress gelernt hat, auch im Alltag umsetzten können. Deswegen braucht der Arzt eine leichte Kost, bei der sein Körper nicht viel Energie benötigt um sie zu verdauen. Die Energie, die er hier spart, stärkt seine Konzentration im nächsten Workshop."

Egal ob Hauptversammlung mit deftigem Essen oder Kongress mit luftig leichten Speisen, eins haben sie alle gemeinsam: "Das Auge isst immer mit", versichert Sven Malmstroem vom United Catering Service Berlin. "Jedes Catering muss schon beim ersten Anblick richtig Appetit machen. Einfaches anrichten reicht da nicht. Essen muss liebevoll garniert sein. Derjenige, der es isst muss merken, dass Arbeit dahinter steckt - da schmeckt es gleich doppelt so gut."

Dabei kommt es nicht nur auf das Aussehen der Speisen an. Sondern auch darauf, wie sie serviert werden. Fingerfood, also kleine mundgerechte Häppchen, sind schon lange beliebt. Mit der Zeit haben sich ihre Formen jedoch verändert. Heute reicht man den feinen Seelachs nicht mehr einfach auf einem Tablett - man reicht ihn in Löffeln, Bechern, Sektgläsern und auf Stäbchen. Das Buffet, das jahrelang seinen Platz neben dem Vortragssaal hatte, musste dem Flying Buffet weichen. Hier werden die Speisen von den Hostessen auf kleinen Tabletten serviert und die Teilnehmer können sich ihre Speisen aussuchen, die sie dann an Stehtischen essen. In Wachtberg-Niederbachem bei Bonn ist man sich dem Wert des Aussehens von Speisen bewusst. Nicole Volksheimer vom Caterer Lohmer & Deimel: "Viele Kunden wünschen sich Buffets in Firmenfarben oder Gerichte, in denen das Firmenlogo integriert ist. Ein anderes Highlight ist das Front-Cooking, also die Zubereitung der Speisen, bei der die Besucher zuschauen können. Das Front-Cooking kommt zwar in der Regel bei Galas zum Einsatz, doch auch bei Kongressen ist diese Form des Caterings immer häufiger zu finden."

Nachdem Sven Malmstroem die frisch zubereitete Erbsensuppe auf die Teller verteilt, verrät er: "Bitte sehr, das ist die Spezialität, die es beim dritten Geburtstag der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gab - Frankfurter Erbsensuppe. Der Veranstalter wünschte sich für seine Gäste mal etwas anderes als immer nur die Lachshäppchen, die es bei Presseterminen gibt. Also haben wir Ihnen Frankfurter Erbsensuppe vorgeschlagen - die 300 Teilnehmer waren begeistert."

Rezept: Frankfurter Erbsensuppe

Zutaten:
700 Gramm tiefgefrorene Erbsen
2 Schalotten
1/4 Liter Fleischbrühe
1/2 Liter Milch
Salz
100 Gramm gekochter Schinken
4 Frankfurter Würstchen
1 Bund Petersilie

Zubereitung:

Erbsen und Schalotten mit der heißen Brühe im Mixer pürieren und in einen
Topf geben. Anschließend die Milch mit einem Schneebesen unterrühren, salzen
und aufkochen lassen. Den Schinken in feine Streifen und die Würstchen in
Scheiben schneiden und zugeben. Bon Appétit!

Quelle:
Mannheimer Kongress- und Touristik GmbH
http://www.mcon-mannheim.de/





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