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Newsletter 5 2005 Juni
Veranstaltungsbranche - Quo Vadis ?
Der Veranstaltungsbranche wurde schon oft das nahende Ende prophezeit. Erinnern wir uns an die Besteuerung von Incentive-Reisen, die plötzlich als geldwerter Vorteil galten und von vielen Arbeitgebern zunächst einmal gestrichen wurden, erinnern wir uns ans sogenannte E-Learning, das Seminare und Workshops ersetzen sollte. Gerade auch in den letzten beiden Jahren fielen immer wieder Events, Tagungen, Weiterbildungen dem Rotstift zum Opfer.
Hauptargument war in erster Linie das knappe Budget, verbunden mit der Frage nach dem Erfolgsnachweis. Wozu braucht man im Zeitalter von Videokonferenzen und unbegrenztem weltweiten Informationszugriff noch Veranstaltungen, bei denen Menschen von Angesicht zu Angesicht zusammenkommen? Warum – aus Teilnehmersicht - mit An- und Abreise, Tagungsgebühren und Übernachtung drei Tage Zeit „verlieren“ und im Durchschnitt 1.500 € ausgeben, wenn die Informationen auch elektronisch, audiovisuell oder auf Papier zu haben sind? Stehen die Veranstaltungsbranche also harte Zeiten bevor? Die Antwort ist ein klares Nein!
Zum einen sprechen die Fakten der letzten Jahre eine andere Sprache. Von 1999 bis 2002 stieg z. B. die Zahl der Veranstaltungen in Deutschland um knapp 10% auf 1,3 Millionen und das Umsatzvolumen gar um 14% auf knapp 50 Milliarden € in Deutschland. Und auch in 2004 sind die neuesten Branchenzahlen, -trends und -meldungen angesichts eines eher mittelmäßigen konjunkturellen Umfelds ausgesprochen erfreulich: So konnte Deutschland nicht nur seinen weltweiten Marktanteil bei internationalen Kongressen von 4,9% in 2003 auf 5,3% im Jahr 2004 ausbauen, was gemeinsam mit Spanien europäische Spitze bedeutet, sondern Deutschland konnte, was die Teilnehmerzahlen bei internationalen Kongressen angeht, sogar auf Platz 2 hinter den USA vorrücken. Und Berlin, dessen Internationales Congress Center (ICC) zum „World’s Leading Conference & Convention Center 2004“ gewählt wurde, belegte in 2004 mit 47 internationalen Groß-Veranstaltungen im weltweiten Städtevergleich einen hervorragenden 3. Platz.
Zum anderen muss man hier je nach Zielsetzung der Veranstaltung differenzieren. So bleibt ein Rückgang lediglich bei firmeninternen Veranstaltungen wie Jubiläumsfeiern o. ä. zu beobachten, wobei die Gründe hier steuerlicher bzw. angesichts zahlreicher Entlassungen eher moralpolitischer Art sind.
Geht es aber um Fachinformationen oder Marketing, so sind Events nach wie vor bzw. mittlerweile wieder fest im Portfolio der Unternehmen verankert. So rangieren Messen vor Konferenzen, Seminaren und Roadshows und bilden im Marketing- bzw. Kommunikationsmix einen dauerhaften Schwerpunkt. Laut Trendreport 2004 vom Marktforschungsinstitut Intellitrends wollen 90% der deutschen Unternehmen Events auf gleichem Niveau beibehalten oder sogar ausbauen. Veranstaltungen drängen sich geradezu auf, um persönliche Kundenbeziehungen herzustellen und Produktinformationen zu vermitteln. Neu ist dabei vor allem, dass Events zunehmend Bestandteil von Mittel- und Langfriststrategien werden. Und was den Return on Investment (RoI) betrifft, so nimmt laut jüngstem Trendreport das Event-Marketing bereits Platz 2 hinter dem Direktmarketing ein.
Neben den neuesten gebündelten Fachinformationen steht hier nach wie vor der intensive Erfahrungs- und Ideenaustausch mit Kollegen im Vordergrund, der durch keine Internetseite und kein Branchenmagazin zu ersetzen ist. Und wenn man als Veranstalter seine Hausaufgaben gut gemacht hat (hochwertiges Programm, interessante Keynote Speaker, Freiraum für Kommunikation, professionelle Organisation), stellt sich auch nicht mehr die Frage nach dem Budget, sondern vielmehr nach der Höhe des Gewinns.
(Artikel nach Dr. Preußner)
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GCB German Convention Bureau e.V.




