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Wirtschaft und Wissenschaft

Leipzig


Wirtschaftsstandort Leipzig

Leipzig setzt mit seiner Wirtschaftsstrategie auf Zukunftsbranchen. Arbeitsteilig verflochtene Unternehmen mit kurzen Wegen zu Ideenfabriken in Forschung und Entwicklung bilden die Knotenpunkte Netzwerke. Um die Wirtschaft der Stadt Leipzig mittelfristig möglichst effektiv zu fördern, hat die Wirtschaftspolitik den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Clusterentwicklung gelegt. Gemäß dem Motto "die Stärken stärken" finden wachstumsträchtige und bereits in ihren Grundstrukturen erkennbar entwickelte Bereiche besondere Unterstützung. Fünf Cluster weisen ein ausbaufähiges Potenzial auf.

 

1. Querschnittstechnologien und Dienstleistungen

In der Leipziger Wirtschaft kommt ein Cluster gut voran, der zwar heterogen strukturiert ist, aber einheitliche Merkmale aufweist: Er fungiert hochgradig kundenorientiert, nimmt mit großer Sensibilität Signale des Marktes auf und unterstützt mit der Breite und Vielfalt seiner Angebote die Funktionsweise aller übrigen Cluster nachhaltig.

Der weltweit führende Logistikkonzern DHL verlagert sein zentrales Luftfrachtdrehkreuz für Europa nach Leipzig/Halle. Ab 2008 wird die Deutsche Post World Net Leipzig/Halle als ihr europäisches Drehkreuz nutzen.

Der Onlinehändler Amazon.de hat im August 2006 ein neues Logistikzentrum in Leipzig eröffnet.

Auf dem ehemaligen Flughafen Leipzig-Mockau entstand – mit einem Investitionsvolumen von rund 1 Milliarde DM – auf einem 72 Hektar großen Gelände in den Jahren 1991 bis 1995 das neue Quelle Versandzentrum. Die Großinvestition hat sich weithin den Ruf eines Referenzobjekts für moderne logistische Problemlösungen und angewandte Spitzentechnologie erworben. Mehrere Tausend Besucher im Jahr nutzen die Gelegenheit, bei einer Führung einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Die Leipziger Messe ist die "Mutter aller Messen", d.h. die älteste Messestadt der Welt. Die Messe war seit der Stadtgründung 1165 und der Verleihung des Reichsmesseprivilegs 1497 integraler Bestandteil der Handelsstadt Leipzig, der Motor ihrer Entwicklung und der Garant ihres Reichtums. Im Wettbewerb europäischer Messen ist sie eine feste Größe geworden mit führenden Veranstaltungen wie der „Auto Mobil International“, der „Leipziger Buchmesse“, der „denkmal“, der „Orthopädie + Reha-Technik“, der Zuliefermesse „Z“ oder der „GC Games Convention“.

Das Congress Center Leipzig ist Teil des neuen Leipziger Messegeländes. Mit 19 Räumen und Sälen in verschiedenen Größen ist es bestens für Kongresse und Tagungen geeignet. Großkongresse mit einigen Tausend Teilnehmern finden mehrmals im Jahr statt.
Die Universität Leipzig und das Congress Center Leipzig (CCL) arbeiten seit langem bei der Bewerbung und Ausrichtung von Kongressen und Tagungen zusammen. Ende November 2005 startete ein Ambassador Programm, das Universitäts-Angehörigen ein CCL-Mandat verleiht. Damit können die „Botschafter der Kongressstadt Leipzig“ (darunter bekannte Universitätsprofessoren) die gesamten Dienstleistungen des Kongresszentrums nutzen – von der Erstellung der Bewerbungsunterlagen bis zur Durchführung des Kongresses. Die enge Zusammenarbeit des CCL mit der Universität Leipzig soll weitere renommierte Kongresse für den Standort Leipzig gewinnen.

 

2. Automobil- und Zulieferindustrie

Eine Vision wird Wirklichkeit. Leipzig, eine Stadt mit großer Dynamik, hat sich in den letzten Jahren erfolgreich als Automobilstadt profilieren können. Im hochmodernen Porsche-Werk wird seit Eröffnung 2002 der "Cayenne" produziert. Ab 2009 wird die vierte Baureihe, das Modell "Panamera", in Leipzig vom Band laufen.
Das BMW Werk Leipzig wurde im Mai 2005 offiziell eröffnet. Seither wird auf dem Leipziger Werksgelände die Serie des BMW 3er produziert.

Porsche-Werk Leipzig macht Tempo
Mehr als 127 Millionen Euro hat die Porsche AG in ihr hoch modernes Werk in Leipzig investiert. Am 20. August 2002 lief die Serienfertigung für den sportlichen Geländewagen „Cayenne“ an.

BMW Werk Leipzig legt glatten Start hin

Das BMW Werk Leipzig ist mit einer Erfolgsbilanz gestartet. Seit Beginn der Serienproduktion im März 2005 haben bis Juni 2006 über 100.000 BMW 3er Limousinen das Leipziger Band verlassen.

 

3. Gesundheit / Biotechnologie / Medizintechnik / Life Sciences

Eine Studie und Umfragen unter Entscheidern haben ergeben, dass Leipzig einer der wichtigsten nationalen Medizinstandorte ist. In den vergangenen Jahren wurden mehr als 750 Mio. Euro in den Ausbau investiert. In den nächsten Jahren sollen Investitionen von über 500 Mio. Euro hinzukommen. Ein außerordentliches Innovationspotenzial wird der Biotechnologie zugeschrieben. In Leipzig trägt die neue BIO CITY LEIPZIG diesen Erwartungen Rechnung. Hier forschen und produzieren die Universität Leipzig mit ihrem Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum BBZ und junge Biotech-Unternehmen unter einem Dach. Es gelang die Schaffung eines BIOTECH-CAMPUS am Deutschen Platz mit BIO CITY LEIPZIG, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI an einem Standort, der auch weitere Ansiedlungsmöglichkeiten bietet.

 

4. Energie und Umwelttechnik

Für das hochtechnologische Profil der Energiebranche in der Wirtschaftsregion Leipzig steht z.B. das Vattenfall Kraftwerk Lippendorf, in dem mit neuester Technologie der traditionelle Energieträger Braunkohle verstromt wird. Weniger als zehn Kilometer von dem Energieriesen entfernt entstand in Espenhain die größte Photovoltaik-Anlage Europas. Zur Vielfalt der Branche gehören auch die in Leipzig ansässige European Energy Exchange AG – der einzige Börsenhandelsplatz für Strom in Deutschland und die Verbundnetz Gas AG, die wenige Jahre nach ihrer Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 16 Prozent des deutschen Marktes versorgt und unter die zehn bedeutendsten Gas-Großhändler Europas aufgestiegen ist, ebenso die Stadtwerke, das Institut für Energetik und Umwelt, eines der führenden deutschen Forschungsinstitute im Bereich Bioenergie, und weitere Spitzeneinrichtungen.

 

5. Medien- und Kommunikationstechnik, IT

Leipzig knüpft auf vielen Kanälen an seine bedeutende Tradition als Medienmetropole an. Rund 1.700 Medienunternehmen entsprechen einem Anteil von 5,8 Prozent an der Gesamtwirtschaft Leipzigs. Sie bilden einen der wichtigsten Wirtschaftszweige der Stadt. Ungefähr 30.200 Menschen sind in der Leipziger Medienbranche beschäftigt (13,8 Prozent), rund 9.500 arbeiten als freie Mitarbeiter in den ansässigen Unternehmen. Neugründungen im Bereich der Medienwirtschaft liegen weiterhin im Trend. Ein Viertel dieser Gründungen entfällt auf den Bereich der Datenverarbeitung, Informationstechnik und Telekommunikation. Der erwirtschaftete Umsatz im Cluster Medien stieg auf ca. 2,78 Mrd. Euro.

Mit dem Druck- und Verlagswesen verbindet Leipzig eine lange Tradition. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels (1825 in Leipzig gegründet) betreut die politsche Lobbyarbeit und fördert wirtschaftliche Aktivitäten der Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene. Leipzig zählt heute 83 Verlage, darunter bekannte Namen wie das Bibliographische Institut & Brockhaus, der Verlag für die Frau, Edition Peters ebenso wie der Ernst-Klett-Schulbuchverlag Leipzig, der Militzke Verlag und der Faber & Faber Verlag.
Die Branche Telekommunikation / Datenverarbeitung / Hard- und Software verzeichnete in den letzten drei Jahren die höchste Anzahl an Neugründungen (44,8 Prozent Zuwachs) in der Region. Derzeit sind rund 6.100 feste und 500 freie Mitarbeiter in etwa 400 Unternehmen beschäftigt. Diese erwirtschafteten einen Anteil von 34,1 Prozent am Gesamtumsatz der Medienbranche. Optimistisch zeigen sich Unternehmen auch zur Geschäftsentwicklung der kommenden Jahre.

Die Siemens AG ist mit mehr als 1.700 Mitarbeitern in Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Service in Leipzig präsent und damit einer der größten industriellen Arbeitgeber der mitteldeutschen Region.

Deutsche Telekom AG

Leipzig verfügt heute über eines der leistungsfähigsten Kommunikationsnetze in Deutschland. Das Telefonnetz T-Net/T-Net ISDN ist in und um Leipzig voll digitalisiert.

 

Qualitätsbeweis: Wirtschaftsnahe Forschung

Die Wirtschaftsregion Leipzig stützt sich mit der Universität, sechs Hochschulen, drei Max-Planck-Instituten und einer Vielzahl außeruniversitärer Forschungseinrichtungen auf ein reiches Forschungs- und Entwicklungspotenzial. Anfang 2005 fiel die wegweisende Entscheidung, in Leipzig zwei Fraunhofer Institute (Zelltherapie und Immunologie sowie Mittel- und Osteuropa-Forschung) einzurichten.
Zukunftsorientierten Forschungsschwerpunkten, wie Umweltschutz und Umweltsanierung, erneuerbare Energien / Kraft-Wärme-Kopplung sowie Ausbau der Handels- und Medienstadt Leipzig, widmet sich die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur.

Die Verzahnung von Lehre, Forschung und Wirtschaft erschließt wichtige Potenziale für die Innovationskraft einer Region.

Universität Leipzig

Die 1409 gegründete Alma mater Lipsiensis, die heutige Universität Leipzig, kann auf eine fast 600jährige Wissenschaftstradition verweisen. Damit ist Leipzig ist der zweitälteste Universitätsstandort Deutschlands. Berühmte Gelehrte wie Gottfried Wilhelm Leibniz, Friedrich Nietzsche und Werner Heisenberg trugen ihr einen ausgezeichneten Ruf im Bereich der Geistes- und Naturwissenschaften ein.
Heute bietet die Universität mit ihren 14 Fakultäten (8 geistes- und sozialwissenschaftliche, 2 medizinische, 4 mathematische und naturwissenschaftliche Fakultäten) und weit mehr als 150 Instituten dank der zügig durchgeführten europaweiten Studienreform über 100 Studiengänge an. Rund 31.000 Studenten waren 2006 hier eingeschrieben.

Deutsche Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek mit ihren Standorten Leipzig, Frankfurt am Main und Berlin wurde als Deutsche Bücherei 1912 in Leipzig gegründet. Sie hat die Aufgabe, die gesamte vom 1. Januar 1913 an erschienene deutsche und fremdsprachige Literatur des Inlands und die deutschsprachige Literatur des Auslands zu sammeln, bibliografisch zu verzeichnen, dauerhaft aufzubewahren und für die Benutzung zur Verfügung zu stellen.





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