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Hintergrund
Nachhaltigkeit als Handlungsprinzip auf der Leipziger Messe
Startzeichen für die Nachhaltigkeit als Arbeitsprinzip auf der Leipziger Messe war die Eröffnung des sogenannten „2-Grad-Muster-Büros“ in der -1-Ebene Ende vergangenes Jahres. Es ist ein Musterbüro mit Hinweisen, wie Mitarbeiter in der täglichen Arbeit Ressourcen und Energie einspa¬ren können. Der Name „2-Grad-Büro“ ist Programm, denn das globale Ziel besteht darin, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. 10 bis 12 Tonnen CO2 pro Jahr verursacht jeder Mensch durch seine ganz normale Lebensweise. Schon mit ein paar einfachen Maßnahmen kann man diese Summe reduzieren – sogar um bis zu 50 Prozent! Rundgänge durch das Musterbüro erläutern, wie es besser gehen kann.
Beispiele aus den Bereichen
Verkehr und Logistik
Die Logistik der Messe wurde in den vergangenen Jahren sukzessive verbessert. So werden die Ampelschaltungen im Umfeld des Messegeländes bei Großveranstaltungen entsprechend des Verkehrsflusses geregelt.
Die Leipziger Messe verfügt über eine Direktanbindung an das öffentliche Netz der Leipziger Verkehrsbetriebe (Straßenbahn und Linienbusse) sowie an das Netz der DB mit eigenem Messebahnhof und Zustiegsmöglichkeiten zum Flughafen Leipzig/Halle und Nahverkehrszügen.
Ihren Ausstellern und Messegästen bietet die Leipziger Messe freie Fahrt im MDV (Mitteldeutscher Verkehrsverbund) an.
Abfallentsorgung
Auf dem Messegelände fallen etwa 1.500 Tonnen Abfälle an, wovon etwa 1.000 Tonnen den Veranstaltungen zuzurechnen sind. Aussteller können über ein Bestellformular die voraussichtlich anfallende Abfallmenge und –art anmelden und nach Papier, Folie, Sperrmüll, Restmüll getrennt entsorgen lassen.
In allen Besucherbereichen sind Vier-Kammer-Behälter zu den Veranstaltungen aufgestellt. In diesen werden Leichtverpackungen (u. a. Folie), Papier, Restmüll und Asche gesammelt und getrennt entsorgt. Die Entleerung erfolgt ständig durch den Reinigungsservice. Das System wird von den Besuchern sehr gut angenommen und genutzt.
Chemikalien, die für die Bewirtschaftung der Innen- und Außenflächen des Messegeländes benötigt werden, sind speziell durch die Landesbehörde genehmigte und biologisch abbaubare Materialien.
Betriebsmanagement
Eisspeicher werden zur Optimierung der Klimatisierung der Messehallen genutzt, dadurch können die Leistungsspitzen beim Elektroenergieverbrauch gesenkt werden. Um Energie einzusparen, wird Schwachlastkälte bei Grundlastbetrieb eingesetzt.
Die Versorgung des Messegeländes mit Wärme erfolgt durch eine Zentralversorgung über Gasheizkessel (Erdgas). Die Leistung wird dem Bedarf angepasst. Als Alternativbrennstoff wird Öl verwendet. Durch den vorzugsweisen Einsatz von Erdgas wird die Schadstoffemission verringert.
Jede Messehalle wird über Luftheizung betrieben, wobei die Abluft zurückgewonnen wird. Im Congress Center und Verwaltungsgebäude erfolgt eine Wärmerückgewinnung mit Rotationswärmetauschern.
Gastronomie
Im Sommerhalbjahr werden bereits seit Jahren gezielt Kühlhäuser außer Betrieb genommen, um Energie zu sparen.
Die fairgourmet setzt nahezu ausschließlich Mehrweggeschirre ein und setzt auf regionale Waren aus einem Umkreis von ca. 150 Kilometern, wenn sie ihren Qualitäts- und Preiskriterien entsprechen.
Um den Diesel-/Benzinverbrauch zu senken, hat die fairgourmet 2006 ein erdgasbetriebenes Fahrzeug angeschafft.
Soziales
Auf die Verpflegung der Mitarbeiter im hauseigenen Casino wird viel Wert gelegt. So zahlen die Betriebsangehörigen dank eines Essengeldzuschusses vom Unternehmen weniger für eine Mahlzeit als Externe.
Über die Gesundheit der Messe-Mitarbeiter wacht ein Betriebsarzt. Es gibt rauchfreie Arbeitsplätze, einen Zuschuss zur Bildschirmarbeitsplatzbrille und eine kostenlose Reiseversicherung bei Dienstreisen.
Beach Volleyball, Bowling Cups und Hallenfußball lauten die sportlichen Angebote des Unternehmens für alle Mitarbeiter.
Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sichern, bietet die Messe z. B. Teilzeitarbeitsmodelle und ein flexibles Gleitzeitsystem an.
Nachhaltigkeit – eine sächsische Erfindung
Der ursprüngliche Wortsinn von Nachhaltigkeit wurzelt im forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsdenken. Erstmals wurde die Grundidee 1560 in der kursächsischen Forstordnung formuliert, Grund war der hohe Bedarf an Holz für die Bergwerksverbauungen: ".....dass den Untertanen und Bergwerken, soviel möglichen und die Gehölze ertragen können, eine währende Hilfe, auch eine unseren Ämtern eine vor und vor bleibende und beharrliche Nutzung bleiben möge."
Der Begriff Nachhaltigkeit selbst wird auf eine Publikation von Hans Carl von Carlowitz aus dem Jahr 1713 zurückgeführt, in der er von der „nachhaltenden Nutzung“ der Wälder schrieb.
Hans Carl von Carlowitz, geboren 1645 in Oberrabenstein bei Chemnitz; gestorben 1714 in Freiberg, Sachsen, war ein deutscher Kameralist und Oberberghauptmann. Er schrieb mit der „Sylvicultura oeconomica“, oder „haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“ (1713) das erste geschlossene Werk über Forstwirtschaft und gilt als wesentlicher Schöpfer des forstlichen Nachhaltigkeitsbegriffs.
In seinem Werk fasste Carlowitz das im Dreißigjährigen Krieg allgemein verloren gegangene forstliche Wissen zusammen, erweiterte es durch eigene Erfahrungen und formulierte erstmalig das Prinzip der Nachhaltigkeit.
Wer ist Green Globe?
Green Globe Certifikation ist eine 1993 gegründete, in 187 Staaten anerkannte und in 50 Ländern tätige Zertifizierungseinrichtung für Nachhaltigkeit in Unternehmen.
Bereits seit Jahren ist Green Globe Certification (www.greenglobecertification.com) sehr erfahren im Zertifizieren von Hotels und touristischen Einrichtungen weltweit. Bisher wurden über 1.000 Unternehmen zertifiziert, über 2.000 Unternehmen sind in Green Globe Programmen. 30.000 Hits pro Woche verbucht allein die Green Globe-Website.
Das Zertifizierungs-System von Green Globe ist anspruchsvoll, aber sehr praktikabel und ausschließlich Internet basiert. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen mindestens 51 Prozent der Kriterien erfüllt werden. Ein unabhängiger Auditor überprüft die Angaben.
Die Ergebnisse werden in einer Datenbank hinterlegt und sind jederzeit abrufbar. Die Leipziger Messe verpflichtet sich, jährlich eine Verbesserung um drei bis fünf Prozent zu erreichen. Die Auditierung wird alle zwei Jahre wiederholt, so dass den Teilnehmern ausreichend Zeit bleibt, an den bisher nicht erfüllten Kriterien zu arbeiten. Auf diese Weise erhalten die Teilnehmer nicht nur ein Zertifikat, sondern steigen in einen Optimierungs- und Verbesserungsprozess zum Thema Nachhaltigkeit ein.
Insgesamt gibt es 248 Zertifizierungs-Kriterien, auf wissenschaftlicher Forschung basierend und ISO 17021 konform (ISO 17021 Konformitätsbewertung – Anforderungen an Stellen, die Managementsysteme auditieren und zertifizieren), von denen aber lediglich 125 auf Veranstaltungszentren angewendet werden können.
Die Bewertungskriterien der Green-Globe-Zertifizierung umfassen soziale, ökologische und ökonomische Aspekte des Nachhaltigkeitsprinzips.
Die Kriterien sind dynamisch und werden durch einen wissenschaftlichen Beirat zweimal jährlich überarbeitet, aktualisiert und ergänzt. Die webbasierte Dokumentation ermöglicht jedem Teilnehmer zudem die Bewertung aller anderen Teilnehmer einzusehen. Es entsteht eine Rangliste und ein Benchmark.
Das Green-Globe-Marketing erreicht 9,6 Millionen Konsumenten, 420.000 Travel Professionals und 5.000 Investment Häuser weltweit.
Es gibt inzwischen viele Öko- und Nachhaltigkeitssiegel. Aber noch nichts, was im Messewesen Standard ist. Der Europäische Versammlungsstättenverband EVVC ist gerade dabei, den Green Globe Standard für seine Mitglieder einheitlich einzuführen. Insgesamt ist deshalb davon auszugehen, dass Green Globe künftig Standard im Messewesen werden wird.
Ansprechpartner für die Presse:
Lea Mock
Unternehmenssprecherin
Telefon: +49 (0)341 / 678 81 56
Telefax: +49 (0)341 / 678 85 02
E-Mail: L.Mock@leipziger-messe.de
Weitere Ansprechpartner:
Peter Zimmer
Green Globe _
Auditor
Telefon: +49 (0)89/31812361
Telefax: +49(0)89/31812362
Mobil: +49(0)151/24068750
E-mail: peter.zimmer@futour.com
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